Elmshorn leuchtet für Toleranz

Elmshorn leuchtet für Toleranz
Sönke Hoffmann, Elmshorner Nachrichten

Propst: Wir lassen uns nicht einschüchtern

1500 Elmshorner standen gestern dicht zusammen auf dem Alten Markt. Viele hatten Kerzen entzündet oder die Taschenlampen-App aktiviert. Und alle hatten dasselbe Motto: "Elmshorn leuchtet für Toleranz".

Die Elmshorner Nachrichten hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Zuvor hatte es Attacken in sozialen Netzwerken gegeben, weil der Weihnachtsmarkt in Elmshorn "Lichtermarkt" heißt. Man kusche vor dem Islam und vergesse christliche Symbole, so der Vorwurf von Rechtsradikalen und Hetzern.

Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje hatte im Verlauf der Anschuldigungen sogar Morddrohungen bekommen - und damit war nicht nur für viele Christen eine rote Linie überschritten. "Wir lassen uns nicht einschüchtern von jenen Schreihälsen", machte Propst Dr. Thomas Bergemann von der Bühne aus deutlich und die Zuhörer stimmten mit Applaus zu. "Dieser Lichtermarkt in der Adventszeit steht für Lebensfreude, führt unterschiedlichste Menschen zusammen, stiftet für einen Augenblick Gemeinschaft. Gott sei Dank!" 

Die komplette Rede des Propsten lesen Sie rechts unter Aktuelles.

 

 

Statt Schokolade: 24 Geschichten geflüchteter Familien

Die Flüchtlingsbeauftragten in der Nordkirche haben wieder einen Adventskalender mit Geschichten geflüchteter Menschen herausgegeben. Diesmal geht es aus aktuellem Anlass - die Debatte um Familiennachzug - um das Thema "Familien gehören zusammen".

Unter www.familien-adventskalender.de öffnet sich vom 1. bis 24. Dezember täglich mit einem Türchen die Geschichte einer geflüchteten Familie. Erzählt wird, wie wichtig und wie schwierig es für sie oft war und ist, als Familie zusammen zu leben.
Dietlind Jochims, Flüchtlingspastorin der Nordkirche: „Wir erwarten im Advent die Geburt von Gottes Sohn, wir stehen Weihnachten andächtig vor dem Bild der Heiligen Familie. Die Geschichten im Adventskalender sind eine heilsame Störung eines allzu harmonischen Bildes: Was wäre, wenn an der Krippe Maria fehlte? Gäbe es Weihnachten ohne Jesus? Könnte Josef beweisen, dass er dazugehört zur Familie?